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Keine nachhaltige Intelligenz
Eigentlich rechne ich sehr bald damit, dass immer mehr Menschen das Dilemma von Künstlicher Intelligenz bewusst wird. Sie ist nicht intelligent, sondern wie ich letztens treffend las “stochastische Papageien”. Mathematik des Zufalls hilft uns aber nicht weiter, wenn wir Herausforderungen nachhaltig bewegen wollen. Schnell kommt dann die Rede auf Workslop, also professionell aussehende Arbeitsergebnisse - die bei Licht betrachtet aber generischer und nutzloser Müll sind. Alles mit KI generiert, aber schädigend für den Betrieb. Dann erfahrene Arbeitskräfte müssen dann ein Vielfaches an Zeit aufwenden, um das Problem zu lösen.
Wir Menschen sind groß im Verdrängen, Delegieren ist unsere liebste Tätigkeit. Die höchsten Weihen der Selbstoptimierung erlangt, wer alles bei sich selbst auf das Minimum kürzt und seine sonstigen Aufgaben in Beruf und Privatleben auslagert. Einzig bleibt als Herausforderung dieses egozentrischen Schneeballsystems: Was passiert, wenn auch das Herr der Delegationsempfänger:innen delegieren möchte? KI bietet dafür ein geduldiges Vehikel, die Risiken werden aber kaum betrachtet. Diese vermeintliche Demokratisierung der Delegation ist in Wahrheit eine Sackgasse der Unzulänglichkeit. Und ich freue mich auf den Tag, an dem die Blase mit voller Wucht platzt.
Ira et studio
Zorn und Eifer, gleich der betrachteten Situation. Wohin man sich auch umblickt, die sachlichen Argumente sind der Lautstärke und dem Beharren an überholten Einsichten oder leicht umstoßbaren Behauptungen gewichen. Emotion als Triebfeder für dauerhaftes Sendungsbewusstsein - das Schaulaufen im Jahrmarkt der Befindlichkeiten. Das Theater hat rund um die Uhr auf, wir können anscheinend nicht genug davon bekommen.
Am Ende bleibt aber die Erkenntnis, dass wir gar nichts mehr voneinander wissen. Wer sind wir, wo kommen wir her, was beschäftigt uns und ist unser Motor im Leben? Würden wir einander ernsthaft zuhören, miteinander in den Dialog geraten und Identität nicht als negativ beeinflussenden Faktor, sondern als Beitrag zur Diskussion und zur Gesellschaft begreifen, was wäre dann möglich? Wir können Gemeinschaft nur mit den Menschen machen, die nun mal da sind. Dafür braucht es die Dialogfähigkeit, gleich auf welcher Seite.
Inhaltliche Auseinandersetzung kann schmerzhaft sein, sie kann uns vor Widersprüche stellen und unser Denken oder Handeln hinterfragen. Es gibt aber keine Alternative zum Wandel, kein anderes Konzept als das der Gesellschaft. Es braucht weniger Zorn und Eifer, mehr Gelassenheit. Mehr Interesse am Anderen, mehr Offenheit. Nur dann gelingt uns die Aufgabe, miteinander in Frieden zu leben.
Puffertag
Eine Woche Stille. Auch kein Wochenrückblick, dafür war keine Zeit und noch viel weniger Inhalt. Heute ist Feiertag, das ist ein wohltuender Puffer nach all der Mühsal der letzten Wochen. Zeit fürs Innehalten, für Beschäftigung mit anderen Dingen. Es liegt ein wunderbarer Schleier über den ganzen Tag, eine Käseglocke der Ruhe. Als gäbe es den Tag eigentlich gar nicht, als wäre seine Existenz ein geduldetes Versehen. In all der Hektik und dem Lärm eine Oase der Seligkeit. Niemand ist beunruhigt, alle nehmen den Zustand als gegeben hin und jede:r macht einfach wie man sich fühlt.
Warum kann nicht viel öfter Puffertag sein?
Huch, der Titel ist auf einmal so groß. Und die Trennlinien weg. Das Menü unter den einzelnen Einträgen auch. Jedes Mal wird das Ganze hier ein wenig schlanker. Auch wenn CSS-Vererbung reines Teufelszeug ist und meistens keiner konsistenter Logik folgend alles tut, was man eigentlich nicht will. Aber mit viel Geduld geht es dann doch. Schön.
The kids are alright. Sie essen halt jetzt Pudding mit der Gabel, weil sie das auf TikTok gesehen haben. Und während wir immer noch über Netzkultur und die Zukunft des Internets debattieren und unseren Umgang mit den Bedrohungen durch Big Tech finden wollen, trifft sich die Jugend in Scharen zu Veranstaltungen wie sie sich Monty Python nicht hätten besser ausdenken können.
Wir sollten endlich begreifen, dass ein Großteil der Menschheit das Internet lediglich als Werkzeug sieht und verwendet.