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20.07.2025

Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 29/2025

Ab jetzt nenne ich die Wochenrückblicke auch “That was the week that was” oder #TWTWTW. Wo das herkommt, erklärt sich hier.

Arbeitstechnisch fing ein weiteres Kundenprojekt an. Es besteht die reelle Chance, die Auftragsdelle des ersten Halbjahres in sehr komprimierter Form nachzuholen. Entscheidend ist für mich jetzt, die Auslastung smart zu steuern und an den richtigen Stellen zu priorisieren, um alles unter einen Hut zu bekommen. Ich habe die Hoffnung, dass mir das gelingt. Gleichzeitig muss ich aber sehr achtsam mit mir sein, diese längere Phase des langsameren Tempos hat mich etwas “eingemottet”. Aus dem Modus muss ich schnell, aber wirksam entweichen.

Schon wieder eine kaputte Waschmaschine, ich mag mich gar nicht mehr ärgern. Die Nachfolgerin ist bereits bestellt und ist ein Kompromiss aus Leistungsfähigkeit und dem dazu angemessenen Preisverhältnis. Früher haben diese Geräte doch ewig gehalten, oder? Mein Vater hatte Geräte von Miele, die gefühlt in seiner Jugend hergestellt waren und beständig liefen. Der Nachbar über uns meinte die Tage zu mir, allein diese Displays sein nicht für die Ewigkeit gemacht und erhöhen die Störanfälligkeit aufgrund der betriebsnotwendigen Vibration der Maschinen. Das mag ein valider Punkt sein, weniger ist ja oft mehr. Aber am Display lag es bei uns nicht.

Gestern waren wir wieder schwimmen, diesmal kam auch der Thronfolger mit. Ein schönes Erlebnis, jedoch war es ziemlich voll und nach wenigen Minuten spürte ich bereits den aufkommenden Sonnenbrand. Der hat sich im Laufe des Nachmittags bestätigt, es ist jetzt aber bereits besser. Und da es uns alle erwischt hat, erträgt es sich gemeinsam leichter. Wir waren noch etwas im inneren Freizeitbecken, das ist aber eindeutig für kleinere Menschen gemacht und nach einiger Zeit wurde uns das auch zu anstrengend. Wir werden also uns eher die Tage ausgucken, die das Schwimmen im Außenbecken für Viele unattraktiv erscheinen lassen.

Sperrmüll war auch noch, ein erster Schritt für notwendige Entrümpelungen. Die Garage ist inzwischen wieder begehbar und wir werden dort mit einer weiteren strukturierten Abfuhr alles los werden. Der Keller ist das noch größere Übel, aber auch dort sind erste Dinge verschwunden. Stück für Stück, dann wird sich der Ballast schon schleichen. Dass es am Donnerstag Abend regnete, als wir den Kram an die Straße stellten, war schon nervig. Aber am Ende soll das ja auch abhärten. Zumindest war das die Kernbotschaft von Sprüchen, die ich mir als Heranwachsender anhören durfte.

Heute entdeckte ich diese ominöse Liste von 1001 Alben, die man vor seinem Ableben hören solle. Dafür gibt es auch ein Tool, das jeden Tag ein anderes dieser Alben zum Hören vorgibt. Mit einem “Projektnamen” und einer Mail-Adresse kann man sein eigenes Projekt machen. Ich ziehe das jetzt durch, das wären ja immerhin 2,75 Jahre tägliches Hören eines Albums. Und dazu kann man ja auch Dinge schreiben. Was mich beim Durchsehen der Liste beruhigte: Viele der Alben sagen mir etwas, wenn auch teilweise nur in den sehr bekannten Exzerpten. Jetzt kann ich das Wissen abrunden. Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich das Bill Evans Trio.

In der Stadt geht es immer noch um Bäume, Feuerwehrgebäude und Spielplätze. Mein Wunsch nach Weitblick aus letzter Woche ergänzt sich auch um Unaufgeregtheit, gepaart mit einem “Auch mal den Artikel lesen und nicht anhand der Überschriften urteilen”. Bezahlschranken tragen dazu aber nicht zwangsläufig bei.

17.07.2025

Vor einem halben Jahr habe ich die Umstellung von Jekyll auf Hugo vorgenommen und muss sagen, dass ich es bisher nicht ein einziges Mal bereut habe. Hugo ist viel flotter, in sich schlüssiger und gibt mir den Gestaltungsraum, den ich mit Jekyll nicht fand. Manchmal muss man einfach den Cut machen.

Zur Feier des Tages habe ich Loggbok neue Features spendiert, es gibt jetzt dezidierte Layouts für Link-Beiträge (siehe unter diesem Beitrag, ein Klick auf den Titel öffnet den verlinkten Beitrag) und Zitate (siehe demnächst). Auch für Fotos habe ich etwas vorbereitet, hier muss ich aber noch den Workflow finden, der mir eine einfache und nicht zu überladende Präsentation ermöglicht. Bis zum dritten Geburtstag von Loggbok ist aber noch etwas Zeit. Die nehme ich mir auch ganz bewusst.

Jedenfalls wird Loggbok immer mehr zu dem Platz, den ich als digitale Heimat begreife. Meine persönliche Zufriedenheit steigt mit jeder Iteration und ich freue mich sehr über die Entwicklung, die Loggbok und damit auch ich machen. Jedes Release wird etwas besser, einfacher und effizienter. Und ich lerne mit jeder Anpassung etwas, stolpere nicht mehr durch den Code und werde trittsicherer. Für mich ist das eine sehr schöne Lernkurve.

Loggbok, ich habe dich gern - schön, dass es dich gibt. Happy Feature-Day!

Der Versuch einer Reflektion der Kalenderwoche 28/2025

That was the week that was. Anstrengend durch nervigen Kleinscheiß, aber eher so ein unbequemes Gefühl - eine ganz und gar unerträgliche Befindlichkeitsverkettung.

Montag, Mittwoch und Freitag war ich zu Kurzterminen bei einem Kunden. Viel Aufwand für überschaubaren Ertrag, das zerschoss andere Planungen und nahm den Fokus von Themen, die ebenso wichtig sind. Ineffizienz ist etwas, was ich schon so kaum leiden kann. Und in den nächsten Monaten wird genau dafür kein Raum sein. Hoffen wir, dass sich solche Aspekte marginalisieren. Ab Dienstag geht es eh ab.

Nach der gezielt gesteuerten Unruhe in der Blogstraße kehrte dankenswerterweise schnell wieder Ruhe ein. Die Verdoofung (Danke für das Wort @b30) habe ich ja skizziert und bin immer noch der Ansicht, dass das kein Zufall war. Mehr gibt es zu dem Thema auch nicht zu sagen.

Ein anderer Ort für erstaunliche Eitelkeitsauswüchse ist ein Grundstück im Dorf, das momentan noch einen Spielplatz beherbergt und nach Planungen bald auch das Gerätehaus einer Freiwilligen Feuerwehr tragen soll. Nach sechs Jahren Diskussion, einem Drama in zig Akten (kein anderes Grundstück ließ sich finden bzw. konnte aufgrund Unwillens der Eigentümer erworben werden) und einer mittlerweile sehr frustrierten Gruppe von freiwilligen Feuerwehr-Mitgliedern fängt eine Gruppe Personen mit der Suche nach Verhinderungsgründen an. Die Argumente sind dabei sehr dünn und sorgen eher für eine Spaltung von Menschen als dass gemeinsam eine Lösung (die der Verwaltungsvorschlag darstellt) gefunden wird. Jetzt gibt es den schönsten Zank und Verlierer:innen sind die, die helfen wollen. Ehrenamtlich.

Wenn ich mir etwas für die kommende Woche wünschen darf: Weitblick. Ganz viel davon und zwar für alle.

Das Sommerloch muss schon sehr groß sein, wenn man ohne Not eine Diskussion in einer Gemeinschaft vom Zaun bricht, die wir als Gesellschaft schon länger führen und die wir offensichtlich zu keinem Abschluss bekommen werden, weil Lebensrealitäten aufeinander prallen. Daraus entstand eine wenig hilfreiche Metadiskussion, die im Wesenskern so ablief:

“Ihr seid alle doof, ich habe recht und erkläre euch warum!”
"Du bist auch doof, ich mache es aber anders."
"Du bist am Dööfsten, weil du König der Doofen und damit Teil der Elite sein willst!"
"Ihr seid alle doof, hier sind zig Gründe und das könnt ihr woanders diskutieren, denn ich mache hier die Kommentare aus!"
"Er hat gesagt, dass wir alle doof sind, aber weil man bei ihm nicht kommentieren kann, schreibe ich dazu was."

Klingt ein bisschen nach Kindergarten, ist es auch. Der Initiator freut sich, denn seine Absicht ging auf. Und während alle mit Schaum vor dem Mund diese nicht gewinnbare Ablenkungsdebatte führen, gibt es handfeste Probleme, die nicht die benötigte Energie bekommen. Weil wir viel lieber über eine technische Konstruktion zur Verständigung (denn nichts Anderes ist Sprache) zanken. Und alles nur, weil jemand sein Schäufelchen schwang.

Merkt ihr selber, ne?

07.07.2025

Es gibt einige Dinge, von denen ich nachhaltig überzeugt bin. Und bei denen ich wiederholt die Erfahrung machen durfte, dass mich diese Prinzipien im Leben bisher nie enttäuschten. Eines ist das Prinzip, Menschen offen zu begegnen und ihnen die Chance zu geben, sich und ihre Sichtweisen zu erklären. Manche Zeitgenoss:innen mögen das als Naivität abtun, aber für mein Seelenheil ist es zuträglicher, nicht gleich an jeder Stelle möglichen Verrat zu riechen. Im Zuge meiner beruflichen Entwicklung habe ich mir eine durchaus veritable empathische Antenne aneignen können, die mir schnell sagt, ab wann ich die Offenheit abregeln muss.

Offenheit hilft mir, Menschen vorurteilsfrei zu begegnen. Ihren Antrieb und ihre Motivation nachzuvollziehen und den gemeinsamen Nenner zu finden - gleich in welcher Situation. Wir leben in einer pluralistischen und vielfältigen Gesellschaft, das Gegenteil von Offenheit kann ich mir folglich nicht leisten. Mir ist die Perspektive von Minderheitsgruppen wichtig und wenn ich etwas tun kann, was ihnen hilft - dann mache ich das. Das sind oftmals nur kleine Dinge, die aber gleich einen positiven Effekt haben und das Gefühl von Akzeptanz und Wahrnehmung erzeugen.

Mir ist bewusst, dass andere Menschen diese Sichtweise nicht teilen. Ich werde auch niemanden zwingen, meine Perspektive zu übernehmen. Aus vielfältiger Erfahrung weiß ich, dass Lebenswege oftmals sehr verschlungene Pfade nehmen und allein aus diesen Erfahrungen Einstellungen entstehen und nicht unmittelbar zur Disposition stehen. Womit ich mich aber schwer tue, ist das Heranziehen jedes noch so dünnen Arguments um die eigene Wahrnehmung um jeden Preis verteidigen und jede andere Akzentuierung im Wesenskern negieren zu wollen. Auf einer Metaebene kann jede gesellschaftliche Konvention als ideologisch geprägt und damit hinterfragbar definiert werden. Wir sollten uns nicht anmaßen, den heiligen Gral der Lebensführung entdeckt zu haben.

Fremde Perspektiven, andere Eindrücke empfinde ich nicht als Störfaktor. Sie bereichern meine Denkweise und fordern mich heraus, gewonnene Standpunkte auf Schwachstellen abzuklopfen. Was gestern oder möglicherweise heute galt, muss morgen nicht zwangsläufig richtig sein. Wir tun als Gesellschaft gut daran, auf den Wandel der Zeit progressiv zu reagieren. Und das bedeutet auch, dass man von Zeit zu Zeit liebgewonnene oder als normal verstandene Konventionen reflektieren sollte.

Allein aus einem einfachen Prinzip.

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