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Seite 23

Müppi (2007-2025)

Unser Kennenlernen war eigentlich gar kein Kennenlernen. Die ersten drei Tage nahm ich dich nur als Schatten oder schnell verschwindendes Stück Katzenschwanz wahr. Ich hegte schon den Verdacht, dass du gar nicht existiertest und meine neue Freundin mir etwas vorgeflunkert hätte. Dann tauchtest du aber auf und zeigtest mir, dass ich für dich ein Eindringling sei. Schließlich habe ich vier Jahre Idylle zwischen dir und der Frau aufgebrochen, mit der ich nun auch Zeit verbringen wollte.

Etwa anderthalb Jahre währte diese Gewöhnungsphase, ich habe mich bemüht, in dieser Zeit nicht zu aufdringlich zu dir zu sein und ließ mich von dir auch verdreschen, wenn du auf dem Kratzbaum oben lagst und Laune hattest. Irgendwann hast du aber verstanden, dass ich eigentlich auch ganz passabel bin und dann hatten wir eine sehr innige Bindung. Nie habe ich eine Katze erlebt, die man wie ein Kuscheltier in den Arm nehmen konnte. Das war dein größtes Glück und dein Schnurren hallte durch die Wohnung.

Gesprochen hast du nicht so viel wie die Anderen, die später dazu kamen. Wenn man dein Treiben durch Anheben deines Körpers unterband, hast du wunderbar empört gemault. Früher hast du nach Verlassen der Katzentoilette mit einem phonetischen „Räum auf“ uns mitgeteilt, dass wir da was zu erledigen hätten. Ansonsten warst du eine Katze des Augenkontakts. Man hatte immer das Gefühl, dass du uns verstehst. Dass du uns bedingungslos liebst.

Mit den Jahren kamen gesundheitliche Probleme bei dir auf. Vor zwei Jahren dachten wir schon, wir müssten dich gehen lassen. Aber du hast die Prognose ignoriert und (wenn auch unter Beigabe von Medikamenten) bist bei uns geblieben. Auch wenn dir alles nicht mehr so leicht fiel, die Liebe hielt dich am Leben. In den letzten Wochen zeigte sich aber, dass Liebe allein eben doch nicht das Unausweichliche verhindert. Du konntest dich kaum noch allein bewegen, wir trugen dich durch die Wohnung für all deine Bedürfnisse. Die Phasen von Stärke wichen immer mehr der Schwäche. Gestern Nachmittag hattest du eine Atemnot, die du nicht mehr bewältigen konntest. Ich hatte schon die Tierärztin angerufen, aber dann hast du doch allein den ewigen Frieden gefunden.

Die Liebste hast du über 17 Jahre begleitet, seit sie dich mit Geschwistern unter einer Mülltonne entdeckte. Mich über 13 Jahre, ein Drittel meines Lebens. Keine Freundschaft zu einem Tier war so lang und intensiv für mich. Dich gehen lassen zu müssen ist eine unfassbar schwere Aufgabe für uns. Weil du einfach diese Konstante warst. Ein Fix- und auch Ruhepunkt in allen Lebenslagen, ob Glück oder Sorge. Wir hängen jetzt noch sehr an dir und können noch gar nicht ermessen, wie eine Zukunft ohne dich sein wird.

Was uns bleibt, ist einfach Danke zu sagen. Dafür, dass du da warst. Unser Leben so bereichert hast. Ein Charakter mit Ecken und Kanten warst, den man aber nur lieben konnte. Für deine Geduld mit uns und deine unendliche Liebe. Wir werden dich nie vergessen!

Let it be

In Zeiten wie diesen ist Tröstliches entscheidend fürs Gemüt. Meine Empfehlung ist sehr einfach, aber effizient.

When I find myself in times of trouble, Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be
And in my hour of darkness she is standing right in front of me
Speaking words of wisdom, let it be

Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be

And when the broken hearted people living in the world agree
There will be an answer, let it be
For though they may be parted, there is still a chance that they will see
There will be an answer, let it be

Let it be, let it be, let it be, let it be
There will be an answer, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
Let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be, be

And when the night is cloudy there is still a light that shines on me
Shinin’ until tomorrow, let it be
I wake up to the sound of music, Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom, let it be

And let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be
And let it be, let it be, let it be, let it be
Whisper words of wisdom, let it be

(McCartney/Lennon)

Hugo, Rocinante und ich

Die Überschrift klingt nach der klassischen Dreiecksbeziehung aus Filmen. In Wirklichkeit geht es aber um die Technik des Blogs. Denn geneigte Leser:innen erkennen es gleich - hier sieht auf einmal alles anders aus. Und gefühlt lädt alles noch schneller. Da muss was getan worden sein.

Ausgangssituation
2022 richtete ich mein Blog auf Basis von Jekyll und einem Hosting bei GitHub Pages ein. Das hat bisher auch alles sehr gut funktioniert, es gab nur ein sehr praktisches Problem für mich. Das Hosting erfolgte eben über GitHub und nicht durch von mir kontrollierbare Infrastruktur. Speziell in den letzten Wochen entwickelte sich diese Tatsache zum latenten pain in the ass. Gestern stach mich der Hafer und ich suchte nach Wegen, das zu verändern.

Eine Serie von Fuckups
Da Hemlock anscheinend noch nicht alle Abhängigkeiten von Jekyll installiert hatte, startete ich also frohen Mutes die Konsole. Der Prozess war an sich schon geübt. Was dann geschah, war aber für mich sehr unerwartet. Im Terminal reihte sich Fehler an Fehler, scheinbar lauerte an jeder Stelle der intrisische Widerstand gegen mein Ansinnen. Ich wälzte Anleitungen auf Stack Overflow, kopierte und rannte wieder mit dem sprichwörtlichen Kopf gegen die Wand. An einem sehr konkreten Punkt muss ich etwas im Prozess sehr falsch gemacht haben und konnte es nicht mehr reproduizeren.

Die Lösung auf Umwegen
Die Entscheidung war relativ klar: Ich will nichts dauerhaft Kaputtes ins Internet stellen. Der Lösungsweg war allerdings verschlungen. Ich probierte verschiedene Varianten aus, auch WordPress stand sehr kurz zur Disposition. Allerdings gab mir allein der Upload von 85 MB das Gefühl, dass das nicht der richtige Angang für mich sein könnte. Relativ schnell stellte ich fest, dass mir auch operativ das viel zu viel Klimbim sei.

Heute morgen fiel dann mein Blick auf einen Ordner namens “hugoblog”. Ende November hatte ich nämlich bereits begonnen, mit Hugo eine neue Variante meines Blogs zu erstellen. Ich war auch relativ weit gekommen, wegen der für mich damals noch unlösbaren Aufgabe “Deploy auf meinen Webspace” habe ich das Ganze aber verworfen. Dabei ist das aber sehr einfach:

Das ist alles. Klar ist das noch automatisierbar. Aber jetzt gerade fühlt es sich noch gut ausführbar an. Mein Build wiegt gerade 20 MB, das ist gemessen an anderen Blogs ein Bruchteil. Vor allem laufe ich endlich auf dem Space, für den ich schon lange zahle und in den letzten Jahren nie nutzte. Weil ich gelinde gesagt zu blöd war. Das ist vorbei.

Was das mit Rocinante zu tun hat
Naja, so heißt das Theme von Sid Verma, welches ich nutze. Ich habe gefühlt kaum Dinge angepasst, dafür jetzt wieder richtigen Light & Dark Mode. Also wenn eure Browser das mitteilen.

Fazit
Ich bin erleichtert, alles läuft super schnell und demnächst gibt es auch wieder eine Suche. Ansonsten gilt wie immer: Das folgt hier dem E/N-Prinzip und Fehler werden korrigiert, wenn ich mich danach fühle. Never change a winning attitude!

Entkopplungsarbeiten

Mein im letzten Post beschriebenes Dilemma habe ich lösen können, ab sofort ist Joplin mein Tool de jour. WebDAV versteht es glänzend, aktualisiert sich fleißig und ist durch Plugins auf meinen Bedarf zuschneidbar. Damit gehe ich die kommenden Wochen in Klausur, ich werde berichten.

Weil ich parallel das Thema Websiten auf der Agenda habe, linse ich gerade stark rüber, was Matt Mullenweg rund um WordPress treibt. Scheinbar kommt er nicht damit klar, dass ihn die WP-Community nicht widerspruchslos als Gottkaiser wahrnimmt. Das führt dazu, dass er lustig Menschen mit Absicht auf Erstellung eines Forks von wordpress.org entfernt. Angeblich um diesen bei ihrem Projekt zu helfen. Klar, völlig eigennützig und gar nicht aus einem fragilen Ego heraus gehandelt. Wir haben unser Internet scheinbar sehr lange den falschen Personen anvertraut.

Inhousing schwer gemacht

Beim aktuell sonderlichen Gebaren reicher amerikanischer Digital-Unternehmer tut man ja gut daran, möglichst viel seiner privaten Angelegenheiten gar nicht erst in Clouds zu lagern. Ich bin seit einigen Wochen mit einem Homeserver ausgestattet und migriere gerade Stück für Stück Fragmente meines Lebens, geteilt auf für mich nicht direkt administrierbaren Systemen in meine private Infrastruktur. Dazu gehört auch das leidige Thema Notizen, das ich besonders im vergangenen Jahr reichlich nutzte.

Zuletzt habe ich das sehr schön mit Bear umgesetzt. Nachteil ist, dass alles über iCloud abgewickelt wird. Gestern wurde ich per Mastodon-Timeline auf 1Writer aufmerksam, dass sogar mit WebDAV arbeitet und über all meine Geräte funktioniert. Mit dem Homeserver also zügig eine WebDAV-Umgebung geschaffen und auf Hemlock alles eingerichtet. Dann war das iPhone dran. Bei der Einrichtung von WebDAV lädt die gleiche App sich tot. Auch mit Abbruch durch Schließen der App oder Neuinstallation keine Chance. Mal abgesehen davon, dass iOS selbst ohne Hilfsmittel WebDAV überhaupt nicht beherrscht.

1Writer ist also durchgefallen und ich suche nun eine andere verträgliche Lösung. Haptic habe ich probiert, das ist aber noch sehr rudimentär. Hedgedoc möchte ich ungern verwenden, weil ich das native App-Feeling haben möchte. Also muss ich jetzt den Markt sondieren und den bestmöglichen Kompromiss identifizieren. Technik löst am Ende doch nur Probleme, die man ohne sie nicht hätte.

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