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Krone der Erschöpfung

Der Jahresbeginn war wieder von großer Sorge um die Katzen geprägt. Der Kater kauerte eine Stunde im Bad und wurde von der Liebsten umsorgt, Katze 1 bekam einen Hustenanfall und Katze 3 lag den ganzen Abend im Bettkasten, kam gegen halb zwei völlig verängstigt in die Küche und wollte sich kaum streicheln lassen. Katze 2 tat indes cool, anhand ihrer Pupillen sah man aber, dass sie die verdammte Böllerei doch mitnahm. Es war aber längst nicht so ein Wahnsinn wie im vergangenen Jahr, als Feuerwerk als Bastion der Freiheit empfunden zur völligen Eskalation führte.

Hundert Jahre Radio

Früher habe ich ständig Radio gehört. Als ich sehr jung war, begleitete mich der lokale Jugendsender durch den Tag. Später kamen Sender mit Fokus auf Wortbeiträgen und danach sogar Sender mit kultureller Ausrichtung dazu. Dabei war ich stets Progammen des öffentlichen Rundfunks zugeneigt, die privaten Angebote haben mich durch ihre Art der Programmausrichtung und eher effektheischenden Ausführung eher genervt.

Mich faszinierte aber vor allem auch die Technik, wie die Wellen genutzt wurden und in welch unterschiedlicher Qualität der Empfang durch die verschiedenen Systeme war. Inzwischen sind in Deutschland auf Lang- und Mittelwelle keine Radiosender mehr zu empfangen, die Ultrakurzwelle wird auch langsam abmoderiert. Bei uns im Haus ist sie sogar gar nicht empfangbar, weil die Sendeleistung des Senders das nicht mehr hergibt. Es gäbe mit DAB+ und Streaming sowie über den im Haus vorhandenen Kabelanschluss genug andere (und technisch bessere) Möglichkeiten. Doch genau das nimmt mir den Spaß, Radio empfangen zu wollen. Es ist technisch nicht mehr das Gleiche, weil der Empfang direkt und ohne das Frequenzsuchen, Rauschen und all den herrlichen Nebengeräuschen funktioniert. Man kann sagen, dass es langweiliger geworden ist. Auf dem Handy habe ich eine App, die das etwas simuliert, aber das ist kein wirkliches Substitut.

Dazu kommt, dass nahezu alle Inhalte auch ohne lineare Programmierung verfügbar sind. Audiotheken, Podcastfeeds und andere Optionen bieten die direkte Abholung von Inhalten an, man muss gar nicht mehr auf die Sendung warten oder sich sicherheitshalber vorher einschalten. Das nimmt auch den Reiz, Radio bewusst zu genießen. Infolge dessen werden Angebote zusammen gelegt oder gestrichen, die Wertigkeit nimmt ab. Und so wird auch aus einstmals gutem Programm ein “Das Beste der 70er, 80er, 90er, und ab 2000 - alle sieben Sekunden Nachrichten”.

Das hat bei mir auch eine Abkehr zu den AoD-Angeboten eingeleitet. Das ist fürs Einschlafen manchmal suboptimal, weil die Länge nicht ganz reicht. Aber ich kann so selektieren, was mich interessiert. Besonders mag ich die Beiträge des SWR2 Archivradio, das Beiträge aus allen Epochen der Ausstrahlung von Radioprogrammen der letzten einhundert Jahre bietet und Geschichte erlebbar macht. Einiges habe ich bereits mehrfach gehört.

Aber was bleibt nach einhundert Jahren? Ein Medium auf dem Rückzug? Hoffentlich nicht, Radio hat in schweren Zeiten seinen Wert als Medium bewiesen, weil es verlässlich Informationen bietete. Sicher wird sich die Verbreitung auf rein digitale Weise schlußendlich durchsetzen, aber es wird nicht verschwinden. Die reine Übertragung auf Tonspur fasziniert Menschen seit jeher, es regt die Fantasie an und lässt Bilder im Kopf entstehen. Und vielleicht ist genau das der Grund, dass das Radio auf ein Jahrhundert wechselvoller, aber stets spannender Geschichte zurück blicken kann. Und mit Sicherheit eine ebenso spannende Zukunft haben wird.

Katzencontent

Nora in einer Hängemulde

Die Leiden des jungen* Admins

Ok, dieses Blog wird langsam sehr technik-lastig. Aber das liegt auch daran, dass mich solche Dinge gerade mehr interessieren als andere Themen. Seit langer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Selfhosting, einerseits aus Lernwillen und andererseits um mich damit möglicherweise aus Abhängigkeiten von den Clouds Anderer zu lösen. Dabei versuche ich agnostisch zu sein und das Beste aus beiden Welten für mich nutzbar zu machen.

Das Thema Selfhosting bin ich gestern sehr konkret angegangen, indem ich beim Hoster meines geringsten Misstrauens einen günstigen vServer mit einem Monat “kostenlos testen” als Zugabe schoss. Originär war mein Plan, YunoHost zu verwenden und dort die eine oder andere Anwendung zu implementieren. Da die Bereitstellung des Servers beim Hoster immer etwas dauert, konnte ich erst heute Vormittag mit der Konfiguration starten. Im Folgenden hier die Dokumentation meiner Anläufe, damit andere Neulinge aus den von mir gemachten Fehlern lernen können:

Erster Anlauf

Passwort verbummelt. Peinlich. Server geflasht.

Zweiter Anlauf

Debian 12 installiert, Server abgesichert, YunoHost-Installation getriggert, Fehlermeldung bekommen (YunoHost arbeitet nur mit Debian 11). Server geflasht.

Dritter Anlauf

Debian 11 installiert, Server abgesichert, YunoHost-Installation getriggert. Alles lief soweit, ich konnte allerdings keine Apps auf Subdomains einrichten. Stattdessen warf mir YunoHost DNS-Konfigurationshinweise hin, mit denen ich wenig anfangen konnte. Auch intensive Recherche brachte mich nicht weiter. Nach zwei Stunden war ich ziemlich genervt und fasste einen Beschluss. Server geflasht.

Vierter Anlauf

Ubuntu 22.04. installiert, Server abgesichert, Cloudron-Installation getriggert. Was soll ich sagen: Gegen YunoHost fühlt sich Cloudron an, als würde man mich in einen weichen Sessel platzieren und abweichend Getränke und Speisen meiner Wahl reichen und die Füße massieren. Es ist so unfassbar einfach und es funktioniert alles, wie ich es mir vorgestellt habe. Ohne viel Einstellerei, sondern pragmatisch.

In den nächsten Tagen werde ich jetzt ausgiebig Integrationen testen und mir meine Selfhosting-Welt gestalten. Ein paar Ideen habe ich, aber ich muss mir dazu überlegen, wie meine Workflows dazu sein müssen. Jedenfalls ist der erste Schritt nun getan und darüber bin ich sehr glücklich.

*der nicht mehr so junge, aber das hatten wir ja schon.

Das Jahr des Desktops

Es gibt in der IT-Welt so manchen Witz, der es zu gigantischen Ausmaßen gebracht hat. Unter Anderem den, dass das jeweils aktuelle Jahr das Jahr des Linux-Desktops wird. Der Witz hat aber nur eine geringe Halbwertszeit, da er lediglich zum jeweiligen Jahresanfang funktioniert. In der Praxis aber geht Linux die Massentauglichkeit eines Windows ab. Dabei gibt es viele gute Ansätze. Für geneigte Anfänger:innen sind diese ohne gewisse Mühen nicht immer erkennbar.

Auch ich habe in den letzten zwanzig Jahren immer wieder Bemühungen angestellt, tiefer in die Materie einzutauchen. Dabei stieß ich an die immer gleichen Themen:

Mittlerweile sind einige Distributionen tatsächlich sehr smart aufgestellt, Linux Mint hat mich heute nach einer Neuinstallation mit einem durchdachten Onboarding begrüßt. Aber auch das löst nicht die Notwendigkeit, gelegentlich die Kommandozeile zu bemühen. Und da werden die Standard-User:innen immer abgeschreckt werden. Sie wünschen sich Dinge, die einfach funktionieren und keine Komplexität beinhalten. Genau das ist Linux nicht und will es meines Verständnisses nach auch nicht sein. Das ist auch völlig in Ordnung.

Dann muss aber auch Allen klar sein, dass das Jahr des Desktops nie kommen wird. Beziehungsweise nur in individualen Erfahrungen. Weil ich persönlich nicht so aufstecken will (und meinen Horizont erweitern möchte), werde ich mir in den kommenden Monaten geben - parallel zu meiner gewohnten macOS-Umgebung. Die gemachten Fortschritte werde ich im Blog dokumentieren, alles unter dem Tag #linux.

Den Leser:innen wünsche ich bereits jetzt viel Vergnügen beim Nachlesen meiner naiven Abenteuer.

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